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Martin Neuhof

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Posts posted by Martin Neuhof

  1. Danke für eure Kommentare. Ich hab sie jetzt ein paar Wochen auf mich wirken lassen und verstehe eure Ansätze. Es gibt noch andere Serien zu meiner Reise, die komplexer sind und vieles im Zusammenhang zeigen. Dies ist mir -hier- an dem Tag einfach nicht gelungen. Ich bin rein, war für 2 Stunden in diesem Raum und dann ging es wieder raus. Wir sollten das sehen und mehr nicht.

     

    Es war für mich als Mensch eine wichtige Erfahrung, vielleicht nicht so sehr als "Fotograf".

  2. Zu den Bildern. Ohne deine Beschreibung hätte ich nicht bemerkt das diese Kinder sich mit Klebstoff zudröhnen. Mir fehlt die Intimität die eine solche Reportage ausmacht bzw. habe ich das Gefühl das du wie ein Fremdkörper im Raum gestanden hast und eher mit Misstrauen als Offenheit konfrontiert wurdest. Mir fehlt die soziokulturelle Einbettung Aussenansichten der Slums, Reste der niedergebrannten Hütten, Bulldozer, Baustellen die am Rande der Slums aufragen, Beschäftigung mit der Drogenkultur, Armut, Bettelei, etc.

     

    Die Post find ich gut, dürfte meiner Meinung nach etwas wärmer sein.

     

    Gruss

     

    Jan

    Ich hab mich auf das Haus konzentriert und klar bin ich ein Fremdkörper. Die Überwindung diese Fotos überhaupt zu machen war für mich enorm.

  3. Wie kann man sich fühlen, wenn man vor vier Tagen noch in einem Slum war und davon noch nichts verarbeiten konnte?

     

    Ein Termin jagt den anderen, keine Zeit zum Durchatmen. Vielleicht ganz gut, um nicht komplett einen Kulturschock zu erleiden. Vielleicht ganz schlecht, weil das Gesehene an Greifbarkeit verliert. Ich kann keine Erklärung finden, warum unsere Welten in Uganda und in Deutschland so verdammt unterschiedlich sind. Wie soll ich ein Problem von hier mit einem Problem von dort vergleichen? Es geht einfach nicht.

     

    Trotzdem leben wir alle auf einem Planeten, der so vielschichtig ist, dass man sich drin verlieren könnte. Ich kann euch nur erzählen, was ich dort erlebt habe und was mir alles passiert ist:

    Am Samstagmorgen fuhren wir mit dem Matatu in die größte Stadt Ugandas: Kampala. Dort wurde die Woche zuvor einer der größten Slums zum Teil niedergebrannt. Uns wurde erzählt, dass der Grundstückbesitzer sein Eigentumsrecht gelten machen wollte; dabei ist es offenbar ein legitimes Mittel, die illegalen Wellblechhütten abzubrennen. Danach wurden die nun obdachlosen Kinder einfach eingesammelt und in ein Jugendgefängnis gesteckt. Soviel zur Vorgeschichte.

     

    Wir kamen an und wurden von einem Streetworker empfangen, der uns gleich zu einer größeren Hütte führte. Dieser Holzverschlag wurde von einer Deutschen gebaut, um den männlichen Straßenkindern einen Unterschlupf zu gewähren. Viele von diesen waren nicht bei Sinnen. Durch eine Plastikflasche mit einem in Benzin getränkten Stofffetzen holen sich die Kinder durch Inhalation ihren Kick. Wir waren ein kleines Team, wovon sich zwei (eine angehende Ärztin aus Uganda und Anne) um die Wundversorgung kümmerten, der Rest versuchte, den Moment zu verstehen, sich zu unterhalten und Schuhe zu verschenken. Dabei unterhielten die Streetworker die Kinder mit Musik und einigen Gebeten.

    Ich weiß nicht, ob es in dem Moment gut war, Fotos zu machen…Ich tat es und möchte sie euch trotz des gesamten Leids zeigen.

     

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  4. Ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlich die Leute auf meine Bilder reagieren. Bei der Vernissage, standen Leute weinend vor den Bildern - weil sie sich an ihre Oma erinnert gefühlt haben. Einige finden die Bilder ganz trostlos, andere finden ich zeige eine gute Seite des Altersheims... Zumindest ist ein Ziel erreicht, es wird (auch in unserem Alter und in meinem Umfeld) darüber geredet. 

     

    Für mich war dieser Look, von Anfang an klar. Ich weiß nicht wieso, ich hab mir immer so die Bilder vorgestellt. Daher hab ich diesen dann auch so umgesetzt. 

     

    Ein Auszug aus meinem Blogartikel:

    Ich hab die Bilder instinktiv in Grautöne gefärbt und die Kontraste verstärkt. Viele Menschen neigen dazu, verschiedene Lebensphasen in Schwarz oder Weiß einzuteilen, daher ist die Bearbeitung für mich eben kein Schwarz / Weiß – sondern Grau, ein Zwischending, voller verschiedener Einflüsse. Ein Leben verläuft meist nicht geradlinig, sondern wellenartig, mal geht es uns Menschen besser, mal geht es uns schlechter. Oft ist aber unser Leben eines: normal. Und um dies alles in Farben zusammenzufassen, habe ich die Farbe Grau gewählt. Grautöne, die unser Leben widerspiegeln."

     

    Danke für die ganze Resonanz... Die Strecke hat mich selbst etwas verändert und ich bin froh diese Möglichkeit gehabt zu haben. 

  5. Im August 2013 durfte ich in einem Altersheim fotografieren. Daraus resultierte eine Ausstellung die vom Oktober bis Dezember 2013 lief. Wie es war in einem Seniorenheim zu fotografieren könnt ihr hier nachlesen.

     

    Ein Erlebnis aus dieser Zeit hat mich enorm geprägt, einer dieser Personen ist kurz nach dem ich sie fotografiert habe, gestorben. Ich war also die Person, die das letzte Foto gemacht hat. Als Fremder. Das Foto wurde dann auch auf ihrer Beerdigung gezeigt... 

     

    Ein weiteres sehr intensives Erlebnis war die Demenz Station...

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  6. Die Grundidee, war jemanden zu fotografieren den ich schon einmal fotografiert habe, und diese Bilder auf ihren Körper zu projizieren. Und das Landschaften auf Körpern nicht von mir erfunden worden ist mir schon bewusst.

     

    Nur wer erfindet wirklich das Rad neu? Und wenn du auf den 1. Blick davon auch geflasht bist, hab ich mein Ziel erreicht. :-) 

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