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Backpacking in Australien


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Ich denke, da hier einige schon mal den 5. Kontinent besucht haben, kann das gerne auch ein Sammelkompendium werden.
Ich muss ausdrücklich darauf hinweisen, dass bei einem solchen riesen Land die Erfahrungen weit auseinander gehen, abhängig von Zeitraum, Location und der Art zu reisen!

Vorbereitungen
Visum:
2011 bin ich sehr spontan nach Australien gereist. Spontan heißt in dem Fall, weniger als 3 Wochen Vorbereitung, um am Ende mehr als 8 Monate dort zu leben.
Um dort im Rahmen des Working Holiday Visums zu bleiben / arbeiten, kann man dieses bis zum vollendeten 30. Lebensjahr online beantragen. Abhängig vom Wechselkurs sind es ca 150€ (AU$230 ). Normalerweise eines der langwierigeren Unterfangen, um in ein Land zu reisen, stellte sich die Wartezeit als erfreulich kurz heraus. Abends beantragt, am nächsten (australischen Werktags-)Morgen bereits im E-Mail Postfach.

Flüge:
Die Flüge sind wohl das teuerste an dieser Reise. Ich habe durch die kurze Vorbereitungszeit 1100€ für EINEN! Flug bezahlt, allerdings kann man das sicherlich weit drücken. Den Rückflug habe ich erst in Australien gebucht. Vor allem, da es billiger ist, es von australischer Seite aus zu buchen, aber auch weil es einem eine gewisse Spontanität gewährleistet. Wenn man sich die Tickets kauft, sollte man jedoch die Asiatischen Fluggesellschaften meiden, wenn es darum geht, mit Ihnen in Kundenkontakt zu treten, und man nicht zufällig die Landessprache beherrscht. Englisch über das Telefon geht schnell daneben, einfach weil einen die Herren und Damen in der Kundenzentrale nicht verstehen.

Der Aufenthalt
Menschen:
Abhängig von der Gegend sind Australier sehr ehrliche, hilfsbereite und überaus freundliche Menschen, leider mit einem leichten Hang zum Rassismus - den Eingeborenen gegenüber zumindest. Dabei ist mir ein generell herzlicherer Umgang im Westen aufgefallen. Hier sind die abertausende Backpacker nicht so weit verbreitet. Auffällig ist übrigens, dass man, anders als vielleicht zu erwarten wäre, eher den Ortsansässigen Australiern vertrauen sollte, als denen, die im gleichen Boot sitzen. Backpacker in Australien sind eine eigene Spezies. Vorsicht vor allem in Hostels oder manchmal auch beim Reisen! Dazu später mehr.

7 Meilen stiefel
Von A-B kommt man im Westen vor allen Dingen mit dem Auto. Entweder, man kauft sich ein billiges gebrauchtes (man sollte schon ein wenig von Autos verstehen um sich der Verantwortung bewusst zu sein) oder mietet sich bei Hippie-Camper, wicked, oder den anderen zahlreichen Unternehmen. Oder man sucht sich Travel-Buddys in den Hostels. Generell ist es hier schwer, ohne Auto irgendwo hin zu kommen, es sei denn man bleibt im Großraum Perth.
Wichtig: Wasser und Benzin sind die wichtigsten Vorräte die man haben kann. Von Ort zu Ort (Straße +3 Häuser) sind es gut und gerne durchschnittliche 250km. Dazwischen ist man auf sich gestellt, und die wenigen, aber immer hilfsbereiten Verkehrsteilnehmer. Ich bin mit mindestens 15 Litern Wasser unterwegs gewesen, mit einem zusätzlichen 20 L Kanister voll Wasser, den ich unter KEINEN Umständen angerührt habe, um im Notfall ausreichend zu haben. Benzin waren ebenfalls in 20 L immer vorhanden. Auch wenn es vernachlässigbar klingt, man sollte sein Auto ständig warten. Jede Tour die weiter als 250 km ist, geht wahnsinnig an die Substanz. Gerade bei den alten gebrauchten, aber auch bei den nicht weniger alten, und meist in schlimmeren Zustand befindlichen Mietvans. Einziger Vorteil: Man hat bei der Miete Versicherung und Notfall-Kontakt gleich mit an Bord. Haken: Versicherung greift nicht zwischen den Dämmerungen und vor allem nicht auf Schotterstraßen. Dementsprechend sollte man sich bei längerer Reise die Mietvans gründlich überlegen.
In Western Australia zählt vor allem eines: Der Weg ist das Ziel. Die längste Zeit verbringt man leider im Auto. Die Landschaften sind jedoch toll, wenn auch nicht immer Abwechslungsreich - aber das ist vor allem das Faszinosum. Wen das nicht interessiert, der kann vor allem fliegen. Jede größere Ortschaft hat einen Flughafen, von dem pro Tag ca 6-10 Flüge in die nächstgelegenen Orte / nach Perth gehen.


Im Osten geht das alles einfacher. Neben den oben genannten Varianten gibt es vor allem den Greyhound. Dem amerikanischem Vorbild gleich gibt es die Hop-on-Hop-off tickets. Man kauft sich über einen festen Zeitraum eine gewisse länge an Strecke und kann, angepasst an die Busfahrzeiten relativ flexible von Ort zu Ort kommen. Die (nach europäischen Standard immer noch weiten) relativ kurzen Entfernungen zwischen 2 Orten macht vieles hier einfacher!

Instagrammable?

Australien ist vor allem eins: Landschaft. Im Nordwesten vor allem karg, vegetationslos und Wüstenähnlich. Dennoch stark faszinierend, da man mitunter stundenlang fährt und bizarre Felsformationen entdeckt. Die Weite und Menschenlosigkeit ist ein Traum für alle diejenigen, die dem viel abgewinnen können. Bäume sucht man nördlich von Perth übrigens vergebens. Ganz besonderes Highlight: Die verschiedenen Facetten des Wetters. Tagüber blauer Himmel, abends Monsunartige Regenfälle, mit allabendlichem Hitzegewitter. Wer Gewitter in Deutschland ganz putzig findet, kommt hier voll auf seine Kosten, es knallt, kracht, stürmt und die Gewitter sind gefühlte 10 mal stärker und größer als zu Hause.
Südwestlich wird es bergig, traumhafte Strände (weißer Sand, türkises Wasser) sind meist absolut menschenleer, alternierend mit steil abfallenden Klippen. Die Berge sind Australiens Weinkeller und immer grün. 360 Tage Sonne im Jahr ist hier keine Seltenheit.
http://forum.luxundlaune.com/download/file.php?mode=view&id=5829&sid=72807a397e7887c506bc7fda46b28fd5
Die Ostküste ist Abwechslungsreicher. die wenigen Gebirge sind vor allem nördlich von Sydney und nördlich von Melbourne zu finden. Westlich von Melbourne ein seltener Kalt-Regenwald, nördlich von Sydney vor allem (sub)Tropische Regenwälder. Noch weiter im Norden die gefühlt schönsten Strände der welt.

Die Ballungsgebiete sind bis auf Ausnahme von Perth und Darwin an der Ostküste. Tolle Architektur in Sydney, Brisbane und Melbourne (und der Klassiker: Canberra), abwechslungsreiche Bevölkerung und eine stark europäisierte Kultur sieht man hier zu hauf.


How much is the Fish:
Australien ist für den Europäer teuer. Zumindest wenn man nicht gleich die Landeswährung verdient sondern mit Ersparnissen haushalten muss. Unglaublich hohe Gehälter sind keine Seltenheit, für unqualifizierte Arbeiten bekommt man je nach Ort viel Geld (zb. AU$23/h fürs Autowaschen in der West-Australischen Pilbara vs. AU$15 /h im Hotel in der Nähe von Perth). Hauptsächlich gibt man Geld für eine Unterkunft aus. Mieten für kleinere Zimmer (15 m²) betragen bis zu AU$150/Woche, Campingplätze teilweise bis zu AU$35/die Nacht. Gerade deswegen bietet sich ein eigenes Auto im Westen zb. stark an. Wenn es keinen Campingplatz in 25km Umkreis gibt, dann kann man sogar legal an der Straße / auf Rastnieschen übernachten. Und auch das ein oder andere Wohngebiet in den Städten sind geeignet, da hier niemand schaut. Einzig öffentliche Parkplätze in Touristenschweren Gebieten sollte man tunlichst meiden. Wenn man erwischt wird gibt es nicht selten Strafen von AU$ 100 und mehr.
Hostels an der Ostküste sind generell übrigens billiger,mit viel Glück und gutem Buchverhalten kann man schon viel sparen und dafür sogar Internet und manchmal gimmicks wie Partys, Pools oder Essen bekommen.


Auf der Straße oder unter der Brücke?

Wie schon zuvor geschrieben ist es im Westen eher praktisch im Auto zu schlafen. Natürlich gibt es auch Hostels, Hotels, oder Campingplätze - wer aber Geld sparen will, campt wild. In den gesamten 6 Monaten, die ich mein Auto hatte, war ich nur 10 Nächte auf Campingplätzen / in festen Unterkünften. Der Rest der Zeit hat wunderbar am Straßenrand (so to say) geklappt. Nur einmal wurde ich in Broome erwischt.
Im Osten sind Hostels keine Mangelware. In allen Preiskategorien und allen Zuständen findet hier jeder etwas- wenn man früh genug bucht.

War noch was?
Generell kann ich es empfehlen, viel mit andern Backpackern ins Gespräch zu kommen. Die meisten sprechen (leider) Deutsch und versorgen einen mit vielen Tipps und Tricks bezüglich Arbeit, Unterkunft, und schnäppchen die man teils legal, teils semi-legal mitnimmt. Man sollte die Naivität der Australier aber nicht ausnutzen, das versaut es allen späteren Reisenden!
Wer Arbeit sucht, sollte manchmal einfach nur rausgehen und fragen. Die internetportale sind überlaufen, unpersönlich und stark unzuverlässig. Wenn man in die Pampa fährt und fragt, kommt man in den Genuss der Hilfsbereitschaft der Aussis, die einen dann zum Bäcker der Tante schicken, nur damit dieser in der nächsten Stadt im Hotel fragt, ob die noch einen kellner brauchen.

Wer das "wirkliche" Australien kennenlernen will, ist meiner Meinung nach besser im Westen aufgehoben. während man im Osten ob der vielen deutschsprachigen Backpacker ganz gut mit Kindergarten englisch klarkommt, ist es hier ein Genuss, die "australische Kultur" kennen zu lernen. Gespräche mit den Locals bringen einen definitiv weiter, als der Blödsinn, den man Tag für Tag eh schon aus Deutschland kennt.
Wem Spaß, Abwechslung und Party wichtig sind, ist an der Ostküste besser aufgehoben.

Egal wie man es macht, ein Abenteuer bleibt es aber garantiert!

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Ich ergänze hier mal noch 1/2 Sachen, da ich schon mehrere Male in Australien war und sowohl West-, als auch Ostküste (und Teile des Outbacks) gesehen und bereist habe und in Australien gelebt habe. An sich stimme ich dem meisten was Phillip geschrieben hat zu.

 

Geld

Zu der Geldfrage: was man ausgibt ist immer enorm davon abhängig, wie man lebt/reist, es gibt aber ein paar Möglichkeiten zu sparen. Im allgemeinen kann man sagen, dass die Lebensmittelpreise ähnlich denen in Deutschland sind, meistens ein wenig teurer. Die Spritpreise (und das ist vermutlich der größte Batzen) variieren stark. Im NT und im Outback generell, kann der Sprit an manchen Roadhouses schon mal sehr teuer sein, dafür ist er meistens in großen Städten billiger. Es lohnt sich also dort zu tanken, wo es billig ist. Wichtig hierfür ist: wenn man einkauft, z.B. den Großeinkauf am Anfang, sollte man bei Coles oder IGA oder Woolworth einkaufen, dabei immer je 30 $ einen beleg voll machen. Da ist unten dann ein fuel-coupon dran, der dir bei einer co-branded fuel-station 4ct (woolworth und coles) und 3ct (glaube ich beim IGA) pro liter spart (stand Ende 2011). Das lohnt sich abartig. ich habe in WA meist woolworth co-branded Tanken, häufig auch coles und eigentlich nie IGA gefunden. Ostküste kann ich gerade nicht mehr sagen.

Eine weitere Sache, wie man Geld sparen kannst, ist indem man erstmal inverstiert: nämlich in Camps 7 (das ist die aktuelle Ausgabe meine ich). Das ist ein Campingführer, der alle möglichen Campingmöglichkeiten in Australien auflistet, besonders auch die kostfreien (von denen es echt einige gibt). Das Ding kostet 55 AUD (in der paperbackvariante, wobei ich die 5 AUD mehr für die Ringbuchvariante investieren würde) und ist ein riesen Schmöker, enthält aber auch die HEMA straßen-karten von Australien, die sich zur Navigation ganz passabel eignen. Ich kann JEDEM, der mit dem Auto unterwegs ist nur dazu raten. Es gibt wirklich nichts besseres.

 

Auto kaufen vs. mieten

dazu kann ich nur sagen, dass die Campingvans häufig einen schlechteren Ruf haben, als sie dann schlussendlich sind (von wicked mal abgesehen). Ich war mit unseren immer relativ zufrieden. Allerdings lohnt sich bei Aufenthalten über 1,5-2 Monate der Kauf fast immer. Darunter eigtl. nicht, weil man dann den Stress mit Kauf, anmelden, Versicherung, evtl. noch dem australischen TÜV (der in den Bundesstaaten unglaublich unterschiedlich ist) abmelden, Verkaufen hat. Verkaufen unter Zeitdruck ist meistens nicht sehr ökonomisch...

 

Übernachten auf öffentl. innerstädtischen Parkplätzen

Kann man machen, würde aber davon abraten. Ist zu teuer, wenn man erwischt wird und wenn man den Camps7 hat, findet man die wirklich schönen Plätze auch, an denen man nichts zahlen muss.

 

The West is the best

Wie auch schon im vorherigen Beitrag durchklingt. Der Osten ist mittlerweile krass überlaufen (in etwa wie Thailand ;) ) und wer Ruhe sucht oder mit Australiern ins Gespräch kommen will ist im Westen besser aufgehoben. Hier sind auch meiner Meinung nach die Leute etwas freundlicher und offener. Photografisch kann der Westen mit dem Osten auch locker mithalten. Die Landschaft ist unglaublich vielfältig (wenn man die ganze Küste runterfährt) und wirklich überwältigend. Meine Lieblingsorte sind Exmouth (zum entspannen und schnorcheln), das Gebiet um Geralton (mit den houtman abrolhos islands) und die Region der Süd-West Spitze (von Busselton über Margret River (Top Wein) bis Albany). Generell sind die ganzen Nationalparks an der Westküste wunderschön und abwechslungsreich.

Das einzige was wirklich ein Problem im Westen sein kann: Autofahren. Man muss wirklich gerne Autofahren und/oder sich dafür Zeit lassen und das ganze sehr entspannt angehen. Sonst artet das ganze in Hetzerei aus, weil die Distanzen einfach RIESIG sind.

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Super, du hast recht mit den Plätzen. Auch noch zu empfehlen, wenn wir schon dabei sind:

Karijini National Park im Westen. Wer kletteraffin ist kann hier wahnsinnig tolle Schluchten durchklettern.

Kalbari National Park - Geniale Steilküste

 

Great Ocean Road im süd Osten von Melbourne. Geniale Küsten abschnitte, aber vor allem sollte man einen Trip ins hinterland machen und dort auf einer der vielen kleinen stark gewundenen, engen und sehr steilen straßen zu fahren. Abenteuer pur inmitten von gefühlt 100m hohen Bäumen.

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